laura padgett
arguing the ordinary
Fotografien
23.10.08 - 04.12.08
Laura Padgett hat einmal davon gesprochen, dass die Kamera, als sie in ein für sie fremdes Land kam, ein Instrument der Verteidigung wurde, der Photoapparat, den sie heute als „body extension“ begreift, als die Möglichkeit der Orientierung in der chaotischen Welt der Dinge und Räume.
Charakteristisch für die entstanden Werke ist das Prinzip des Diptychons, des manchmal nahtlos, dann wieder mit kleinem Abstand kombinierten Doppelbildes. Der Gebrauch der (Schrift)sprache als dialektischer Gegenpart zum photographischen Bild ist nach wie vor wichtig. Padgett setzt kurze Statements die einen Zustand beschreiben, gleichwertig neben die Photographie. Die Größe der Schrift, ihr Charakter und Grad sowie der Ort auf der Wand sind von Bedeutung. Der Text ist nicht als Bilduntertitel gedacht, sondern evoziert selbst visuelle Vorstellungen im Kopf des Betrachters, sowie das Bild zur sprachlichen Exegese einlädt. Der Leser / Betrachter ist verschickt Bild und Text zur Deckung zu bringen. Anders wie etwa bei Lawrence Weiner oder den führenden Konzeptkünstlern der älteren Generation die mit Sprache als Medium der bildenden Kunst arbeiteten verschränkt Laura Padgett die beiden ebenen und fordert den Leser / Betrachter heraus eine Sinnsuche zu starten, ja über die Bedeutung von Text und Bild in einem ganz grundsätzlichen Sinne nachzudenken.
In den Doppelbildern der letzten Zeit verschränkt Laura Padgett zwei Bilder mit jeweils unterschiedlicher Botschaft. Der Blick des Betrachters geht von einem Bild zum anderen und versucht den Dingen einen Namen zu geben. Es geht um einen Lesevorgang bei dem Identität und Verschiedenheit, Raum und Zeit, Licht und Reflexion, Illusion und Realität eine Rolle spielen. Das Bild stellt eine Erzählung dar die der Leser dechiffrieren muss. Ich habe einmal angesichts dieser Arbeiten von der Rolle des Detektivs gesprochen, in diesem Vorgang liegt das „punktum“ dieser Arbeiten wie es Roland Barthes formulieren würde. Die „fremden“ Dinge werden nach ihren Namen abgefragt. In der Tatsache, dass diese Bilder hermetisch sind und sich nicht gänzlich deuten lassen, ja verschiedene Antworten zur selben Zeit ermöglichen liegt ihre Qualität und ihre Poesie.